Neues Heim für die SSV Familie

„Es ist eine wirklich eine sehr gelungene, gemütliche Gaststätte“. Selbst Pfarrvikar Jörg-Dominik Beckmann zeigte sich vom neuen Vereinsheimlokal „68er“ des SSV Schorndorf anlässlich dessen Segnung begeistert. Viel Lob gab es auch vom Gemeindeoberhaupt Max Schmaderer: „Manchmal braucht es Veränderungen, die uns vor neue Herausforderungen stellen“.

Der SSV Schorndorf, inzwischen längst größter Verein in der Kommune, besteht seit 1968 und kann in drei Jahren mit Stolz auf sein 50jähriges Bestehen zurückblicken. Schon zwei Vereinsheime wurden in dieser Zeit gebaut, beide Male ganz bewusst auf einen Bewirtungsbereich verzichtet. Schließlich war der Sportverein seit seiner Gründung bestens in der Hamperl-Vereinsgaststätte aufgehoben und wollte mit der Treue zu den Vereinswirten Stilla bzw. Erwin Kraus auch stets ganz bewusst einen Beitrag zum Erhalt der Wirts- und Dorfkultur leisten. Als jedoch das Vereinslokal den Betrieb einstellte und schließlich sogar abgerissen wurde, musste nach neuen Wegen und Möglichkeiten gesucht werden. Letztendlich wurde der Ausbau des Dachgeschosses im „neuen“ Vereinsheim in Angriff genommen und mit unglaublich viel Eigenleistung auch geschultert. Das Ergebnis ist beeindruckend und eine Augenweide, im neuen SSV-Vereinslokal „68er“ – sehr gemütlich eingerichtet – kann und muss man sich einfach wohlfühlen. Am Sonntag erhielt nun die „neue zweite Heimat“ der großen Sportlerfamilie den kirchlichen Segen.

Pfarrvikar Jörg-Dominik Beckmann zelebrierte im Anschluss am Sportgelände den Festgottesdienst, der von der „pfarreigenen“ Rhythmuscombo sowie vom Schorndorfer Kirchenchor musikalisch sehr schön begleitet wurde. Pfarrer Beckmann, der die Kinder schon öfters bei ihren Spielen von der Seitenlinie aus angefeuert hat, freute sich vor Ort zu sein und begrüßte die „ganz Kleinen und ganz Großen und auch alle dazwischen, Alt und Jung gleichermaßen“. Es sei sehr schön, wenn diese Sportstätten immer wieder mit Lebendigkeit erfüllt seien und sich „Freude, Spaß und Spiel“ als roter Faden durchs Leben ziehen, wenn Kameradschaft und Mannschaftsgeist großgeschrieben werden. Der Geistliche stellte einen Bezug zum „liturgischen Spiel“ her, auch Christen sollten leichtfüßig, gläubig und lebendig für ihre Überzeugung eintreten. Dabei sei „Jesus der große Spielführer unseres Lebens“. Auch in der Predigt wollte Pfarrvikar Beckmann ein paar Gedanken loswerden über das Leben selbst. Wer Gott in eine Schublade stecke und sich frage „Was will er eigentlich“ gehe die Betrachtung von Anfang an falsch an. Viel richtiger seien Fragen wie „Was kann Gott für mich tun“ bzw. „Was bedeutet Gott für mein Leben“. Kritisch äußerte sich Pfarrer Beckmann mit so manchen aktuellen Personen oder Veranstaltungen wie dem G7-Gipfel im oberbayerischen Elmau. „Es gilt Gewalt, Hunger und Ungerechtigkeit zu überwinden“, so Beckmann, „wir müssen endlich aufwachen“. Danach nahm der Ortsgeistliche die Segnung der neuen SSV-Vereinsgaststätte „68er“ mit Küche, Theke und Wirtstube vor.

 

„Die Schaffung einer eigenen Vereinsgaststätte hat die Mitglieder zu neuer Motivation, zur Arbeitsleistung und zur Kameradschaft so richtig angespornt“, begann 1. Bürgermeister Max Schmaderer beim Festakt im Anschluss an das Mittagessen seine Ausführungen. Die Verantwortlichen des SSV, insbesondere der Fußballabteilung mit Roland Pielmeier und Markus Brummer an der Spitze, hätten mit ihren vielen fleißigen Helfern die Herausforderung angenommen und hervorragend umgesetzt. „Es ist eine schmucke Vereinsgaststätte entstanden, gemütlich und einladend“, so das Gemeindeoberhaupt weiter, „das Angebot des SSV ist damit nun komplett“. Im Namen des gesamten Gemeinderates sagte Bgm. Schmaderer allen, die daran mitgewirkt haben, für ihr großartiges, ehrenamtliches Engagement ein herzliches Vergelt´s Gott. „Wenn man sieht, wie die Mitglieder sich einbringen und was daraus entsteht, dann fällt es auch der Gemeinde leicht, dafür ihren Anteil zu leisten“, sagte Schmaderer weiter, „das Werk ist gelungen und ehrt seine Meister“.

SSV-Hauptvorsitzender Gotthard Michalke jun. ging in kurzen Zügen auf die Baumaßnahme ein. Die Planungsaufgaben übernahm Gemeinderat Martin Mandl aus Neuhaus, die Herstellungskosten belaufen sich letztendlich auf rund 75.000 Euro. Von Seiten der Kommune gab es einen Zuschuss. Ein Glücksfall: Aktive Fußballer in den SSV-Reihen, die sich mit Handwerksfirmen einbrachten: Johannes Schmidbauer in Bezug auf die Heizung, Sebastian Reiser und die Firma Max Mühlbauer aus Runding was den Umbau betrifft und Rashid Shah von der gleichnamigen Malerfirma aus Thierling mit den Malerarbeiten. Der Innenausbau wurde von der Schreinerei Kraus aus Traitsching durchgeführt. Michael Kraus, Stütze der 1. Mannschaft, stellte die Werkstatt gleich mehrere Wochenenden lang zur Verfügung. Das Design der Möbel hat Roland Pielmeier entworfen. „Sogar der Hamperl-Stammtisch wurde original nachgebaut“, zeigte sich Hauptvorsitzender Michalke sehr stolz. Die Mitglieder Erich Piendl und Stefan Luger kümmerten sich um das Elektrische, Dietmar Klein und Christian Seigner um die Fliesenarbeiten. „Nur so war es insgesamt möglich, die Kosten im Griff zu behalten“, dankte Michalke adressiert an die Firmen, Sponsoren und die große Helferschar, „der Sportverein war auf eine solche Investition eigentlich nicht vorbereitet“. Damit das Projekt zu realisieren war, mussten die Mitglieder des SSV sehr viele Arbeitsstunden aufbringen. Besonders die Fußballabteilung beteiligte sich beim Ausbau des Dachgeschosses, um eine neue Bleibe zu errichten.

 

Hauptvorsitzender Michalke wünschte dem Sportverein in seiner neuen Vereinsgaststätte alles Gute. „Ich hoffe, dass euch dieser Raum viel Platz zur Unterhaltung und für ein paar gemütliche Stunden gibt, ganz gemäß dem Wahlspruch des SSV auf der Vereins-Standarte: „Freunde müsst ihr sein, um Siege zu erringen“. Abschließend bedankte sich Gotthard Michalke bei allen Firmen, bei allen teilnehmenden Vereinen an der Segnung sowie beim Bauhof der Gemeinde mit einem kleinen Erinnerungsgeschenk.

Auch der Wetterpetrus meinte es gut mit dem SSV, denn nach der großen Hitze an den Vortagen und Gewittern in der Nacht vorher blieb es trotz manch dunkler Wolken am Himmel trocken. Der Jubelverein und über zehn weitere Vereine aus der Kommune formierten sich zunächst bei Conny’s Frisierstube zum Kirchenzug, musikalisch gaben die Blasmusiker der Gruppe „Akko-Blech“ den Marschtakt vor. Auch die beiden Bürgermeister sowie die Damen und Herren des Ratsgremiums erwiesen dem Sportverein die Ehre.

© SSV Schorndorf 2015